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So können Sie Ihre Fenstersicherung nachrüsten

Eine Fenstersicherung lässt sich bei den meisten bestehenden Fenstern nachrüsten, ohne dass Sie die Fenster ersetzen müssen. Am wirksamsten ist die Kombination aus einem abschliessbaren Fenstergriff und zusätzlichen Verriegelungspunkten am Fensterflügel. Entscheidend sind der Zustand des Fensters, seine Lage im Haus und eine fachgerechte Montage.

Fenster gehören zu den häufigsten Einstiegspunkten bei Einbrüchen. Wer in der Schweiz Fenster nachrüsten will, muss dafür nicht gleich alles neu bauen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Schwachstellen Einbrecher nutzen, welche Nachrüstlösungen es gibt, womit Sie bei den Kosten rechnen sollten und wann ein neues Fenster die bessere Wahl ist.

Warum Fenster so oft von Einbrechern genutzt werden

Fenster werden so oft genutzt, weil sie schnell und leise zu öffnen sind, wenn sie nicht zusätzlich gesichert wurden. Einbrecher suchen den Weg des geringsten Widerstands. Fenster im Erdgeschoss, Balkon- und Terrassentüren oder schlecht einsehbare Kellerfenster sind dafür ideal. Nach Erfahrung der Polizei geben Einbrecher meist auf, wenn sie nicht innerhalb weniger Minuten ins Haus gelangen, weil das Risiko einer Entdeckung steigt.
Ältere Fenster sind vor allem für Wärme- und Feuchtigkeitsschutz gebaut. Gegen Einbruchwerkzeuge bieten sie jedoch wenig Widerstand. Oft haben sie nur ein bis zwei Verschlusspunkte. Typische Vorgehensweisen sind:

  • Aufhebeln: Mit einem Schraubenzieher und eventuell einem Keil wird der Fensterflügel aus dem Rahmen gedrückt. Diese Methode ist die häufigste und kaum zu hören.
  • Dichtung durchstechen: In der Nähe des Griffs wird die Glasdichtung durchstochen, damit sich der Griff von aussen bewegen lässt. Auch das geschieht fast lautlos.
  • Scheibe einschlagen: Dabei greift der Täter durch das Loch zum Griff. Das geschieht eher selten, weil Glasbruch Lärm macht und Verletzungsgefahr besteht.

Auch Gewohnheiten spielen eine Rolle. Gekippte Fenster sind nicht verriegelt und gelten deshalb bei Abwesenheit als offen. Schliessen Sie Fenster daher immer vollständig, auch wenn Sie nur kurz weggehen.

So machen Sie den Fenster-Check in fünf Minuten

  1. Welche Fenster und Türen sind ohne Leiter erreichbar, zum Beispiel im Erdgeschoss, auf dem Balkon oder im Keller?
  2. Hat der Griff ein Schloss und lässt er sich von aussen nicht einfach bewegen?
  3. Wie viele Verschlusspunkte hat der Fensterflügel, wenn Sie das Fenster schliessen?
  4. Sind Kellerfenster und Lichtschächte mit Gittern oder gesicherten Abdeckungen geschützt?

 

Sind die Rahmen stabil, die Beschläge intakt und die Dichtungen in gutem Zustand?
Wenn Sie mehrere Fragen mit Nein beantworten, lohnt sich eine genauere Prüfung.

Pilzkopfzapfen und abschliessbare Fenstergriffe

Pilzkopfzapfen (pilzförmige Stahlbolzen am Fensterflügel) und abschliessbare Fenstergriffe sind die Basis jeder wirksamen Fenstersicherung. Sie greifen in Sicherheitsschliessbleche im Rahmen und verbinden den Flügel an mehreren Stellen fest mit dem Rahmen. Wer versucht, das Fenster aufzuhebeln, trifft dadurch auf deutlich mehr Widerstand als bei einem einfachen Beschlag.

Der abschliessbare Fenstergriff ergänzt diesen Schutz. Ein Fensterschloss im Griff verhindert, dass sich das Fenster nach dem Durchstechen der Dichtung oder nach einem Glasbruch von aussen öffnen lässt, zudem dient er als Kindersicherung. Allein reicht ein abschliessbarer Griff aber nicht, denn er ersetzt keine zusätzlichen Verriegelungspunkte.

Das Gute: Bei vielen bestehenden Fenstern lassen sich zusätzliche Verschlusspunkte nachrüsten. Ob das bei Ihrem Fenster möglich ist, hängt vom Beschlagsystem und vom Zustand des Fensters ab. Sind Rahmen oder Beschläge zu alt oder beschädigt, helfen nur noch aufgesetzte Sicherungen oder ein neues Fenster.

Die wichtigsten Nachrüstlösungen im Überblick:

Lösung Wirkung Typischer Einsatz
Abschliessbarer Fenstergriff Verhindert das Öffnen über den Griff von aussen Dreh-Kipp-Fenster, auch als Kindersicherung
Zusätzliche Verriegelung, zum Beispiel Quadragard Integral Verriegelt den Flügel oben und unten und erschwert das Aufhebeln Bestehende Fenster und Fenstertüren
Zusatz- oder Stangenschloss Sichert den Flügel von innen mit einem aufgesetzten Schloss Fenstertüren und Zweiflügler, sichtbar montiert
Sicherheitsfolie, zum Beispiel Profilon Verlängert den Widerstand der Glasscheibe Scheiben im Griffbereich, Glasflächen mit Sicht- oder Sonnenschutz
Gitter Schützt gegen Zugriff durch den Schacht Kellerfenster und Lichtschächte
Mechatronische Sicherung, zum Beispiel Secvest Verriegelt und löst bei Hebelversuch Alarm aus Fenster, bei denen Sie zusätzlich eine Frühwarnung wollen

Aufgesetzte Lösungen sind von innen sichtbar und verändern das Aussehen des Fensters leicht. Bei Gittern ist auch die Fassade betroffen. Eine Übersicht über alle Systeme mit Prospekten finden Sie bei unseren Fenstersicherungen.

Einbruchhemmende Fenster im Überblick

Einbruchhemmende Fenster sind geprüfte Gesamtsysteme aus Rahmen, Flügel, Beschlag und Verglasung. Wie stark sie einem Einbruchsversuch standhalten, beschreibt die Widerstandsklasse (Resistance Class, kurz RC) nach der Norm EN 1627. Je höher die Klasse, desto mehr Werkzeug und Zeit braucht ein Täter.

Klasse Das bedeutet Geeignet für
RC1 N Grundschutz, keine Anforderung an das Glas Für den Wohnbereich meist zu wenig
RC2 N Geprüfter Widerstand von rund drei Minuten, keine Anforderung an das Glas Bereiche, an denen kein Glasangriff zu erwarten ist
RC2 Wie RC2 N, jedoch mit geprüfter Verglasung Standard für Wohnhäuser und Wohnungen
RC3 Höherer Widerstand gegen zusätzliche Hebelwerkzeuge, rund fünf Minuten Exponierte Lagen und erhöhtes Sicherheitsbedürfnis

Die Polizei und der Verein Sicheres Wohnen Schweiz empfehlen für Neubauten und Fenstertausch geprüfte Fenster und Fenstertüren mit mindestens RC2. Mit RC2 und RC3 lassen sich die meisten Sicherheitsbedürfnisse im privaten Bereich abdecken. Höhere Klassen sind vor allem für Gewerbe und Hochsicherheit relevant. Wie die Klassen bei Türen aufgebaut sind, erklären wir in unserem Beitrag RC2 oder RC3: Welche Widerstandsklasse brauche ich?. Wer Fenster und Türen gemeinsam planen will, findet bei unseren Sicherheitstüren passende Lösungen.

Auch das Glas spielt beim Einbruchschutz eine wichtige Rolle. Gewöhnliches Glas stellt für Einbrecher kein Hindernis dar. Verbundsicherheitsglas besteht aus mehreren Scheiben, die mit einer reissfesten Folie verbunden sind. Splitter bleiben an der Folie haften und der Durchstieg wird erschwert. Einscheibensicherheitsglas senkt dagegen vor allem das Verletzungsrisiko und trägt kaum zum Einbruchschutz bei.
Ein Hinweis zum Nachrüsten: Ein nachgerüstetes Fenster ist einem geprüften Fenster mit Prüfnachweis in der Regel nicht komplett ebenbürtig. Es kann den Schutz deutlich erhöhen und ist oft eine sinnvolle Lösung, wenn die Fenster ansonsten noch in gutem Zustand sind.

Kosten für eine Fenstersicherung

Die Kosten einer Fenstersicherung hängen von der Art und Anzahl der Sicherungen, vom vorhandenen Beschlagsystem, von der Fenstergrösse und vom Montageaufwand ab. Eine einzelne Massnahme wie ein abschliessbarer Griff ist günstig. Eine Aufrüstung des Beschlags oder eine neue Verglasung kostet deutlich mehr. Als grobe Orientierung sind für eine Nachrüstung pro Fenster oft einige hundert Franken realistisch.

Massnahme Aufwand Kostenniveau
Abschliessbarer Fenstergriff Gering Tief
Aufgesetzte Zusatzsicherung oder Stangenschloss Gering bis mittel Tief bis mittel
Bandseitensicherung Mittel Mittel
Aufrüstung des Beschlags mit zusätzlichen Pilzkopfzapfen Mittel bis hoch Mittel
Sicherheitsfolie auf bestehender Verglasung Mittel Mittel
Einbruchhemmende Neuverglasung Hoch Hoch
Neues Sicherheitsfenster Hoch Individuell

Verbindliche Zahlen erhalten Sie erst nach einer Besichtigung, denn Fenstermass, Beschlagtyp und Bausubstanz beeinflussen den Preis massgeblich.
So halten Sie die Kosten im Griff:

  • Zuerst die gefährdeten Fenster sichern: Erdgeschoss, Balkon- und Terrassentüren, Kellerfenster und Lichtschächte. Nicht jedes Fenster im Obergeschoss braucht dieselbe Lösung.
  • Passende Lösung pro Fenster wählen: Ein Kellerfenster braucht ein Gitter, eine Terrassentür eine geprüfte Verriegelung.
  • Mit der Versicherung klären: Fragen Sie bei Ihrer Hausratversicherung nach, ob bestimmte Sicherungen Voraussetzung für den Versicherungsschutz sind.

Nachrüsten oder neue Fenster: Was lohnt sich mehr

Nachrüsten lohnt sich, wenn Rahmen, Flügel und Beschläge noch in gutem Zustand sind. Neue Fenster sind sinnvoller, wenn die Fenster ohnehin ersetzt werden müssen oder zusätzlich Wärmeschutz und Komfort verbessert werden sollen.

Nachrüsten Neues Fenster
Rahmen und Flügel sind stabil und unbeschädigt Rahmen oder Flügel sind beschädigt oder stark gealtert
Dichtigkeit und Wärmedämmung sind noch ausreichend Das Fenster hat zusätzlich energetische Schwächen
Nur die Sicherheitsausstattung soll besser werden Sicherheit, Wärmeschutz und Komfort sollen gleichzeitig besser werden
Für das Beschlagsystem gibt es geeignete Nachrüstprodukte Die Konstruktion lässt sich technisch nur eingeschränkt aufrüsten
Einzelne Fenster sollen gezielt gesichert werden Bei Neubau oder Umbau wird ein geprüftes Gesamtsystem eingesetzt

Eine erfolgreiche Nachrüstung verändert Wärmeschutz, Schallschutz und Dichtigkeit in der Regel nicht oder nur leicht positiv. Sie ist deshalb eine reine Sicherheitsmassnahme.

Welche Fenster zuerst? Beginnen Sie bei den Fenstern, die am einfachsten erreichbar sind:

  • Erdgeschoss sowie Balkon- und Terrassentüren: Hier ist die mechanische Sicherung von Griff- und Bandseite am wichtigsten.
  • Kellerfenster und Lichtschächte: Sie liegen oft bodennah und schlecht einsehbar. Gitter oder gesicherte Abdeckungen erschweren den Zugang.
  • Dachfenster: Sie sind nicht automatisch unerreichbar, etwa wenn sie über einer Garage, einem Anbau oder einer Dachterrasse liegen. Entscheidend ist die Erreichbarkeit, nicht das Stockwerk.

Mietwohnung und Stockwerkeigentum: Wählen Sie möglichst reversible Lösungen, zum Beispiel einen abschliessbaren Fenstergriff, den Sie später wieder gegen den ursprünglichen tauschen können. Eingriffe in Rahmen oder Flügel besprechen Sie vorab mit der Vermieterschaft oder der Verwaltung.

Brandschutzfenster: Bei Fenstern und Türen mit Brandschutzfunktion müssen Anpassungen immer mit dem Hersteller abgesprochen werden. Die Angaben finden Sie auf der Brandschutzplakette im Rahmenfalz.

So läuft die Beratung bei Zaugg Schliesstechnik ab

Bei Zaugg Schliesstechnik beginnt jede Fenstersicherung mit einer Analyse Ihrer Situation. Wir beraten Sie neutral und herstellerunabhängig, damit die Lösung zu Ihren Fenstern, Ihrem Haus und Ihrem Budget passt. Die Beratung findet bei Ihnen vor Ort statt oder nach Voranmeldung bei uns in Luzern oder Zug.

  1. Kontakt: Sie melden sich telefonisch unter 058 255 64 00 oder über das Kontaktformular und nennen uns Ihren Wunschtermin.
  2. Besichtigung und Schwachstellenanalyse: Wir prüfen vor Ort, welche Fenster gefährdet sind, in welchem Zustand Rahmen und Beschläge sind und welche Sicherungen schon vorhanden sind.
  3. Empfehlung: Sie erhalten für jedes Fenster eine passende Lösung, zum Beispiel eine mechanische Verriegelung, eine Sicherheitsfolie, ein Gitter oder eine mechatronische Sicherung mit Alarm.
  4. Verbindliche Zahlen: Auf Basis der Besichtigung erhalten Sie konkrete Angaben zu Aufwand und Kosten.
  5. Fachgerechte Montage: Unsere Fachleute montieren die Sicherungen und achten darauf, dass Fenster im Alltag praktisch bleiben.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob sich eine Nachrüstung bei Ihren Fenstern lohnt, ist eine kurze Einschätzung der erste Schritt. Vereinbaren Sie eine unverbindliche Beratung und finden Sie heraus, welche Fenstersicherung zu Ihrem Zuhause passt.

Häufige Fragen zur Fenstersicherung

Welche Fenstersicherung ist die beste?
Am wirksamsten sind abschliessbare Fenstergriffe in Kombination mit geprüften einbruchhemmenden Beschlägen der Klassen RC2 oder RC3. Sie verhindern das Aufhebeln, die häufigste Einbruchsmethode. Ergänzend erhöhen einbruchhemmendes Glas und eine fachgerechte Montage den Schutz.

Reicht ein abschliessbarer Fenstergriff?
Nein. Ein abschliessbarer Griff verhindert das Öffnen über den Griff, ersetzt aber keine zusätzlichen Verriegelungspunkte. Erst mit Pilzkopfzapfen oder einer zusätzlichen Verriegelung lässt sich ein Fenster nicht mehr einfach aufhebeln.

Kann ich eine Fenstersicherung selbst montieren?
Einfache Lösungen wie ein abschliessbarer Griff oder ein aufgesetztes Zusatzschloss können Sie oft selbst montieren. Für geprüfte Systeme nach Widerstandsklasse empfehlen wir die Montage durch einen Fachbetrieb.

Sind gekippte Fenster sicher?
Nein. Ein gekipptes Fenster ist nicht verriegelt und gilt bei Abwesenheit als offen. Schliessen Sie Fenster beim Verlassen des Hauses immer vollständig, auch bei kurzer Abwesenheit.

Was ist der Unterschied zwischen RC2 und RC2 N?
Beide Klassen verlangen einen geprüften Widerstand von rund drei Minuten. Bei RC2 N werden keine Anforderungen an das Glas gestellt, bei RC2 ist auch die Verglasung geprüft.

Wie sichere ich Fenster in der Mietwohnung?
Wählen Sie reversible Lösungen wie einen abschliessbaren Fenstergriff. Wenn Sie Rahmen oder Flügel verschrauben oder Beschläge verändern, besprechen Sie das vorher mit der Vermieterschaft.

Welche Fenster sollte ich zuerst sichern?
Beginnen Sie bei allen Fenstern, die ohne Hilfsmittel erreichbar sind: Erdgeschoss, Balkon- und Terrassentüren, Kellerfenster und Lichtschächte. Danach folgen Dachfenster, die über Garagen oder Anbauten erreichbar sind.

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